06.03.2016
Felix Brückmann: Mein Grizzlys-Tagebuch | Teil III
Im Rahmen der ligaweiten Aktion „POWERPLAY GEGEN BLUTKREBS“ wird aktuell eine spezielle Torhüter-Maske von Grizzlys-Goalie und Nationalspieler Felix Brückmann versteigert. Der gesamte Erlös geht dabei an die DKMS. Hier geht es zur Auktion!
Das Besondere an der Maske ist nicht nur das aufwendige und absolut sehenswerte Design. Der Goalie-Helm hat eine Menge zu „erzählen“, da er mit den Grizzlys-Profis durch Deutschland gereist. Während des siebentägigen Road-Trips mit den drei Auswärtsspielen in Köln, Straubing und Augsburg war die Maske stets mit dabei. Viele Bilder, die sich im Design der Maske wiederfinden, dokumentieren die Auswärtstour. Die Grizzlys und ihr Nationaltorhüter Felix Brückmann haben sich jedoch noch etwas Spezielles einfallen lassen. So hat der Goalie viele spannende Erlebnisse und auch ein paar interne Details in einem Tagebuch festgehalten.
Zu den ersten beiden Tagen geht es hier.
Die Tage vier und fünf sind hier nachlesbar.
Mittwoch | 06. Januar 2016
Tag 5 - Relaxen und die Köpfe frei bekommen
Der fünfte Tag unserer Auswärtstour ist ein freier Tag. Da steht dann erstmal ausschlafen auf dem Programm. Unsere Trainer haben uns mitgeteilt, dass jeder von uns den Tag so gestalten kann, wie er mag. So etwas hören wir als Spieler natürlich gerne, denn nach zwei Spielen und den vielen Busfahrten in so kurzer Zeit ist etwas Ablenkung immer schön. Trotzdem gehen ein paar der Jungs am Vormittag zur Eishalle in Ingolstadt und überprüfen dort ihre Ausrüstung. Danach wird ein bisschen Fußball gespielt. Beim sogenannten „Two Touch“, dem Klassiker im Eishockey, geht es darum, den Ball möglichst lange in der Luft zu halten. Alle Spieler stehen in einem Kreis und jeder darf den Ball nur zweimal berühren, dann muss er ihn zum nächsten schießen. Das Lustige daran ist, dass einige sich darauf „spezialisiert“ haben, die anderen aus dem Kreis zu befördern, indem sie einen etwas schärferen oder ungenauen Pass spielen. Da kommt schon mal die eine oder andere heitere Diskussionsrunde auf, wer denn nun die Runde verlassen muss. Klappt das nicht, wird Stein-Schere-Papier gespielt. Das ist immer fair. Haha. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ziehen sich einige in ihre Zimmer zurück oder spielen ein bisschen Karten. „Höhi“ und ich gehen in die Innenstadt und suchen uns ein gemütliches Café. Dort plaudern wir ein wenig. Danach folgt der einzige „Pflichttermin“. Das ist unser gemeinsames Abendessen mit anschließendem Team-Meeting, bei dem wir das Spiel am Vortag ausführlich aufarbeiten und uns auf das Spiel in Augsburg einstellen.
Donnerstag | 07. Januar 2016
Tag 6 - Auf nach Augsburg
Nach einem Eistraining in Ingolstadt ist mal wieder Busfahren angesagt. Es geht weiter Richtung Augsburg - der vierten und letzten Station unseres Road-Trips. Ich muss schon sagen, dass die Goalie-Maske schon viel von Deutschland gesehen hat. Als Glücksbringer hat sie bislang eher weniger getaugt. Eine Niederlage und ein Punkt - ausbaufähig! Aber natürlich lag es nicht an ihr. Diese Erklärung wäre - auch wenn viele Eishockeyprofis abergläubisch sind - völlig absurd. Und da die Jungs so viele Bilder mit der Maske gemacht haben, war sie bislang ein gern gesehener Gast in unserer Mitte. Auch jetzt liegt sie im Bus neben mir, da ich diese Zeilen schreibe. Was bei einem Auswärtstrip das Schöne ist: Man freut sich, wieder zurück nach Wolfsburg zu kommen. Zu seinen Liebsten. Natürlich freuen wir uns auch darauf, endlich wieder zu Hause spielen zu können. Aber das ist noch weit entfernt. Die volle Aufmerksamkeit gilt jetzt dem Spiel in Augsburg. Also, Büchlein zu und Konzentration auf die morgige Aufgabe.
Freitag | 08. Januar 2016
Tag 7 - Der letzte Tag
Nun ist er gekommen, der letzte Tag der Auswärtstour. Im Prinzip nichts Besonderes. Aber irgendwie doch, da ich heute die letzten Zeilen meines Tagebuchs schreiben werde. Und danach muss ich die Goalie-Maske abgeben. Schon komisch. Muss ich mir etwa einen anderen Glücksbringer suchen? Halt. Nein. Das mit dem Glücksbringer hatten wir ja schon, das ist nicht gerade der Vorzug meiner Maske. Egal. Dafür wird sie mit ihrem Erlös dabei helfen, die DKMS zu unterstützen und Teil einer absolut guten Sache werden. Das ist der springende Punkt.
Unser Tag beginnt wie gewöhnlich bei 19.30-Uhr-Spielen mit einem leichten Eistraining. Wir sind gut auf das Spiel gegen die Panther eingestellt und wollen den ersten Sieg im Jahr 2016 einfahren. Spiele in Augsburg sind meiner Meinung nach etwas Besonderes. Das Curt-Frenzel-Stadion ist nach dem Umbau für mich das schönste Stadion der Liga. Außerdem herrscht dort bei jedem Spiel ausgezeichnete Stimmung und als Auswärtsmannschaft ist es eine besondere Herausforderung, dort zu gewinnen. Das erste Drittel läuft ganz nach unserem Geschmack. Schnell gehen wir mit 1:0 in Führung. Danach kommen die Augsburger aber zurück und drehen das Spiel. Das wollen wir im letzten Drittel dann auch schaffen. Wir spielen eigentlich gut, verwerten aber unsere Chancen nicht. Schluss. Aus. Das nächste Spiel verloren. So kann es gehen. Enttäuscht und frustriert treten wir die lange Heimreise von Augsburg nach Wolfsburg an. Die dunkle Nacht hilft zunächst wenig dabei, die Augen zuzumachen. Zu frisch sind die Erinnerungen und die Emotionen des Spiels. Bleibt mir also Zeit, den Road-Trip Revue passieren zu lassen. Sicher, es war sportlich enttäuschend. Allerdings bin ich mir sicher, dass wir als Mannschaft wieder ein Stückchen näher zusammengerückt sind. Und ich bin überzeugt, dass uns unser starker Teamgeist in dieser Saison weit bringen kann. Es hat mir zudem viel Spaß gemacht, die Maske mit auf unsere Fahrten zu nehmen und dieses Tagebuch zu schreiben. Ich hoffe, dass euch meine Zeilen gefallen haben und sich ein neuer Besitzer für meine Maske findet. Hinter ihr verbirgt sich diese Geschichte. Mein Tagebuch. Also, ich hoffe, dass am Ende ein großer Betrag herauskommt, der dann dabei helfen wird, Leben zu retten.
Herzliche Grüße
Euer Felix

