News: Was macht eigentlich...Blake Sloan?

01.07.2026

Was macht eigentlich...Blake Sloan?

Im dritten DEL-Jahr nach dem Wiederaufstieg war dieser Spieler der Grizzlys Wolfsburg das, was man heutzutage gern einen Transfer-Hammer nennt. Zur Saison 2009/2010 präsentierte Schwarz-Orange einen echten Stanleycup-Sieger. Nämlich Blake Sloan. Mit ihm begann ein erster Wolfsburger Höhenflug im Oberhaus. Im Gespräch mit Grizzlys-Mitarbeiter Jürgen Braun blickte er gerne zurück.

„Gerade dieser Tage habe ich mit meiner Frau ein wenig über meine Zeit in Europa gesprochen. Wenn wir mit Freunden auf das Thema kommen, wundern die sich manchmal, warum wir dann Wolfsburg als die schönste Zeit nennen. Und nicht etwa München.“ Doch die Erklärung fällt dem Mann, der mit den Dallas Stars 1999 Meister der NHL war und den Stanleycup in die Höhe stemmen durfte, gar nicht schwer: „Wolfsburg ist eine schöne, kleine Stadt. Für uns Spieler war das perfekt. Man sah sich oft, hatte kurze Wege, wir hatten eine tolle Gemeinschaft. Und unser Sohn Cael ist in Wolfsburg geboren, das kommt noch dazu.“

Umschulung in Mannheim

Der US-Amerikaner absolvierte insgesamt 325 NHL-Partien, wagte dann den Sprung nach Europa. Nach einer Saison in Timra (Schweden) folgten drei Jahre in Mannheim, wo er gleich zum Verteidiger umgeschult wurde. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf nahm ihn 2009 ins Visier, ahnte, dass Sloan trotz Titelgewinn 2007 bei den Adlern mit seiner Rolle vielleicht nicht ganz glücklich sein könnte – packte zu und landete einen Glücksgriff.

Fliegauf: „Blake war ein Vollprofi, einer, der immer voran ging, der uns mit seiner Erfahrung weiterbringen sollte und das auch tat.“ In Wolfsburg bekam Sloan eine Leaderrolle, füllte sie aus, war Kapitän, Antreiber und unerbittlicher Verteidiger.

„Schade nur“, so sagt der Rechtsschütze, der in seiner NHL-Zeit für seinen wirbeligen Stil mit dem Spitznamen „Eichhörnchen auf Koffein“ belegt wurde, „dass es nicht zum Titel gereicht hat. Ich wäre gern auch mit den Grizzlys Meister geworden, weil sie es verdient gehabt hätten. Aber ich war und bin stolz auf das Team.“

In seinem ersten Jahr bei den Grizzlys scheiterte man im Halbfinale als Favorit an Augsburg. Im Jahr darauf war Übermacht Berlin im Finale Endstation, obwohl die Grizzlys zum ersten und einzigen Mal bisher Hauptrunden-Erster geworden waren. In Sloans drittem Wolfsburger Jahr war es besonders bitter. Der Kapitän zog sich zur Hälfte der Saison in Köln eine Beinverletzung zu.

Er kam zwar zu den Playoffs ins Team zurück. Doch die Grizzlys hatten als Hauptrundendritter einen Stürmer nach dem anderen durch schwere Verletzungen verloren. „Ich weiß nicht mehr, wer da alles gefehlt hat“, sagt Sloan, „aber ich weiß noch, dass ich als Stürmer gespielt habe. Das sagt einiges.“ Denn in der Regel hatte er in der DEL nur noch verteidigt.

Straubing machte im Viertelfinale kurzen Prozess mit den Grizzlys. „Ich war zwar wieder vollständig fit, aber die Verletzung war irgendwie auch der Anfang vom Ende“, sagt der 50-Jährige rückblickend. Er wechselte nach 142 Partien für Wolfsburg noch nach München, spielte dort eine gute Saison, doch Sloan spürte seinen Körper immer mehr: „Das Profi-Eishockey hatte seinen Tribut gefordert“. Er hörte auf.

Überraschung auf dem Parkplatz

Nach der Karriere hatte Sloan geplant, im Eishockey-Management oder im Trainerbereich zu arbeiten. Das machte er auch, war für USA Hockey (vergleichbar mit dem deutschen Eishockey-Bund) im Board of Directors, betreibt noch immer Skills Camps für Nachwuchsspieler, doch eher zufällig fand er noch einen neues Berufsfeld neben der Eisfläche. Die international vernetzte API Group suchte professionelle Sportler, Sloan stieg ein und arbeitet nun seit Jahren im Bereich Feuerschutztechnik.

„Wir sind international“, sagt er, es gibt auch einen Ableger in Deutschland. Er spricht immer noch ein wenig deutsch, hat guten Kontakt zu Ex-Grizzlys-Keeper Jochen Reimer. Ex-Abwehrkollege Jan-Axel Alavaara, „der ja für die Seattle Kraken arbeitet, habe ich bei den World Juniors getroffen. Und, ganz zufällig, auf einem Parkplatz bei einem Spiel Tyler Haskins. Dann lese ich kurz danach, dass er Trainer wird bei den Grizzlys. Das freut mich.“

Sloan verfolgt das Abschneiden seiner Ex-Klubs weiterhin aufmerksam aus Minneapolis, wo er mit seiner Frau Monica sowie den Kindern Cael, Mila und Mari lebt. Was ihm zum Abschluss des Gesprächs noch wichtig war: „Ich grüße alle Fans und die Organisation und sag' bitte Caterer Nafi Hallo von Blake, Nafi ist der Beste!“