News: Was machen eigentlich...David und Simon Danner?

20.06.2026

Was machen eigentlich...David und Simon Danner?

Ihre Zeit in Wolfsburg verlief sportlich ein wenig unterschiedlich. Das Brüderpaar, das nie gemeinsam für die Grizzlys auflief, ist heute hauptberuflich sowie nebenberuflich wieder in der Heimat Freiburg vereint und dort nicht nur durch Eishockey bekannt. In einem Punkt sind sich David und Simon Danner im Gespräch mit Grizzlys-Mitarbeiter Jürgen Braun aber einig: „Wolfsburg war eine schöne Zeit.“

Game-Winner für die Geschichtsbücher

David kam als erster Danner 2006 nach Wolfsburg. Mit der Nummer 13 spielte er in der Abwehr. „Ich kann nur Gutes über Wolfsburg sagen“, sagt er. „Es war meine schönste Zeit als Eishockey-Profi. Wir waren erfolgreich und hatten ein super Mannschaftsgefüge.“ Gleich in seiner ersten Saison stiegen die Grizzlys auf. Drei Tore erzielte Danner damals.

Aber: Sein zweiter Treffer in den Playoffs, kurz vor Schluss in Finalspiel Nummer 3 in Kassel, zog den Huskies den Zahn, war das 2:0, also sogar der Game Winner beim 2:1 gegen die Gastgeber um den späteren Wolfsburger Co-Trainer Mike Pellegrims. Nur einige Minuten später bejubelten Wolfsburgs gut 500 mitgereiste Fans und das Team den Wiederaufstieg in die DEL.

„Danach schafften wir den Klassenerhalt, wurden im Jahr darauf Pokalsieger und kamen in die Playoffs, das war schon eine tolle Zeit“, sagt David Danner. 2009 ging er zu den Huskies, die nach jener Saison aufgaben. Danner schnürte in der Folge wieder für Freiburg und noch für Heilbronn die Schlittschuhe. 2014 beendete er die Karriere. Der heute 43-Jährige lief aber 2022 noch einmal für seine Freiburger Wölfe auf.

Kontakt hat er heute noch zu Ex-Mitspieler Markus Gleich und dem damaligen Verteidiger-Kollegen Stephan Wilhelm. „Es war eine klasse Mannschaft, mit Mike Green, Mike Pudlick und Jason Ulmer habe ich noch länger Kontakt gehabt. Inzwischen ist manches abgerissen.“

Mancher Kontakt bleibt. Zu Gleich etwa, weil Danner dem Eishockey treu blieb. Als Nachwuchschef sitzt Danner im Vorstand des EHC Freiburg. „Im Rahmen des Fünf-Sterne-Programms des DEB bin ich öfter mit Markus im Austausch.“

Ausgerechnet beim Ex-Klub ausgebremst

Auch Bruder Simon ist für seinen Heimatklub tätig. Co-Trainer war er beim Zweitligisten, zuletzt stieg er zum kommissarischen Sportdirektor auf. „Da hatte ich sogar wieder Kontakt zu Charly Fliegauf, um mich mal auszutauschen“, sagt Simon Danner.

Für David, der am liebsten mit Nummer 13 spielte, war es in Wolfsburg rund gelaufen. 2012 folgte ihm der jüngere Bruder Simon nach. „Wolfsburg wollte mich unbedingt und ich wollte auch unbedingt unter Coach Pavel Gross spielen“, erinnert sich Simon.

Er bevorzugte die Nummer 14, die trug aber Norman Milley. So bekam er die Nummer 18. Viel schlimmer: Der damalige Nationalspieler verletzte sich ausgerechnet im Spiel bei Ex-Klub Düsseldorfer EG am vierten Spieltag. Die Gehirnerschütterung bremste ihn lange aus. Danner absolvierte nur vier Partien in seiner ersten Grizzlys-Spielzeit. Die zweite lief dann wenig überraschend nach so viel Praxis-Rückstand nicht besonders, zumal ihn da auch noch ein Muskelfaserriss ereilte, der ihn auch fünf Einsätze kostete.

Immerhin 58 Partien und neun Scorerpunkte sprangen für den Außenstürmer heraus. Doch seine Zeit in Wolfsburg war vorbei. Missen möchte er sie trotzdem nicht. „Mit meiner Frau Felicitas und unserem Sohn haben wir uns damals mega wohl gefühlt. Wolfsburg ist eine coole Stadt, in der man als Familie viel unternehmen kann. Die Organisation im Club war High Class.“

Er spielte unter anderem noch für Schwenningen in der DEL, wurde sogar Kapitän der Wild Wings und beendete die Karriere 2024 in Freiburg. Genau wie sein Bruder hat auch der 39-Jährige zwei Kinder und lebt in der Heimatstadt.

Im Hauptberuf geht es nun um Lebensmittel

„Eigentlich wollte ich hauptberuflich im Eishockey arbeiten“, sagt Simon über seine ursprüngliche Planung für die Zeit nach dem Profi-Eishockey. „Doch Corona hat diese Haltung verändert. Ich habe gerade die Trainerausbildung gemacht, plötzlich war alles dicht, kein Spielbetrieb. Mir wurde klar, wie schnell sich manches total verändern kann. Da dachte ich, unser Vater hat Recht.“

Denn Vater Ronald hatte beiden in ihrer Jugend klar gemacht: „Erstmal lernt ihr bei mir etwas Vernünftiges, dann könnt ihr Eishockey-Profis werden.“ Und nun führen die Brüder je eine Filiale der Lebensmittelmärkte, in denen sie einst selbst gelernt hatten. Bevor sie sich dann am Abend und am Wochenende wieder mit alter Liebe um ihre Leidenschaft Eishockey kümmern.