31.05.2026
Was macht eigentlich...Matt Dzieduszycki?
Er war als Stürmer brandgefährlich, heutzutage will Matt Dzieduszycki lieber Brände löschen. Der ehemalige Stürmer der Grizzlys ist Feuerwehrmann geworden, strebt mit seinen inzwischen 46 Jahren die Laufbahn eines „Fire Officer" an. Unser Redakteur Jürgen Braun hat sich für euch nach Jason Ulmer auch mit unserem ehemaligen Top-Torjäger unterhalten.
„Ich möchte irgendwann einmal Feuerwehrhauptmann sein“, sagte Dzieduszycki, als wir ihn in seiner Heimat Waterloo/Ontario erreichen. Gerade ist er von einem weiteren Lehrgang zurückgekommen.
Dzieduszycki nennen ihn nur die, die ihn nicht kennen. „Diesel“ rief man ihn in Wolfsburg, dabei hatte er ursprünglich in Kanada auch den Spitznamen Dewey, haften blieb am Ende „Diesel“. Sogar sichtbar. Er betreibt eine Hockeyschule für Kinder unter dem Logo DH. Diesel Hockey.
2011 war der „Diesel“ von den Hannover Scorpions zu den Grizzlys gestoßen, spielte mit 15 Treffern eine gute Saison und erlebte ein frustrierendes Ende der der Spielzeit mit. Nicht nur, dass die Grizzlys mit 0:4 in der Viertelfinal-Serie gegen die Straubing Tigers rausflogen. Er selbst war wegen einer langwierigen Gehirnerschütterung nicht mehr dabei. Und nicht nur er fehlte. Der Tabellendritte hatte eine Verletzungsserie ohne Ende hinter sich. „Ich weiß gar nicht mehr genau, wen es noch alles erwischt hatte“, so der Kanadier, „aber wir hatten in der Saison viele Ausfälle“.
DEL-Top-Torjäger 2012-13
In der Saison 12-13 erzielte der Kanadier satte 31 Treffer in der Hauptrunde, war Top-Torjäger der DEL. Doch irgendwie hatte er immer ein wenig Pech. Beim Viertelfinal-Triumph gegen Hauptrundensieger Mannheim (Wolfsburg war Zehnter geworden) zog er sich einen Bänderriss in der Hand zu. Kaum war er in der neuen Saison fit, erwischte ihn eine Schulterverletzung. Es reichte nie zu einer kompletten Saison in Wolfsburg. Das war bitter für ihn und bitter für die Grizzlys, denn ein fitter „Diesel“ war ein Garant für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Insgesamt schaffte er fast 1 Punkt pro Spiel für Wolfsburg - 151 Punkte in 173 Partien waren es.
Nach vier Jahren in Wolfsburg spielte der „Diesel“ noch ein Jahr in Wien. Ziemlich gut eigentlich, doch der Stürmer war nicht zufrieden: „Immer kleinere Verletzungen, es war dann genug mit Profi-Hockey.“ Aber nicht mit Eishockey.
Warum er von Wolfsburg schwärmt
In einer kleinen Liga in Kanada holte er mit seinen Stoney Creek Generals noch Titel. Mit dabei auch sein einstiger Wolfsburger Teamkollege Sean Blanchard.
Eishockey lässt den „Diesel“ halt nicht los. Er hat die Hockeyschule, dazu coacht er das Nachwuchsteams seines in Wolfsburg geborenen Sohns Ethan bei den Waterloo Wolves, die höchstklassig (Triple A) antreten. „Eishockey ist und bleibt meine Leidenschaft“, sagt der Torjäger. Ethan ist übrigens Verteidiger.
Wenn „Diesel“ über Wolfsburg spricht, schwärmt er, man kann ihn förmlich durchs Telefon lächeln sehen. „Das war eine großartige Zeit. Pavel Gross zum Beispiel war der beste Trainer, den ich je hatte. Viel von dem, was ich bei ihm und Mike Pellegrims gelernt habe, vermittele ich heute meinen Jungs.“ Unvergessen für Dzieduszycki auch die Mannschaft. „Es gab keinen Tag, an dem wir nicht auch gelacht haben, es war eine hervorragende Gemeinschaft. Die Kabinenatmosphäre war unglaublich. Als ich mit meiner Frau Lisa und unserem ältesten Sohn Tristan dort ankam, fühlten wir uns alle gleich aufgenommen, wie in einer Familie.“ Er blickt gern zurück, denn „ich denke in jener Zeit, die kurz vorher in Wolfsburg begonnen hatte und nach meiner Zeit noch weiterging, war der Erfolg der Grizzlys von allen Klubs im Vergleich zu ihrem Etat wohl der größte.“
Er würde gern noch einmal zurückkommen nach Wolfsburg mit seiner Frau und den inzwischen drei Söhnen (der Jüngste heißt Grayson), denn: „Die Kinder sprechen davon, Lisa auch.“ Aber, das „Real Life“ fordert. Seine Frau betreibt zwei Geschäfte für Kinderbekleidung. Zwar hat er selbst vor einiger Zeit seinen Automobil-Service verkauft. Doch da ist ja noch die Feuerwehr-Karriere. „Und obendrein“, so ergänzt er, „ist da noch meine Hockey-Leidenschaft, Ethan hat vielleicht das Zeug, in die OHL zu kommen, ihn möchte ich weiter begleiten.“ Schwierig, das alles für einen Trip nach Wolfsburg unter einen Hut zu bekommen, vielleicht findet er ja einen Weg, nochmal in die VW-Stadt zu kommen, so wie er früher immer einen Weg zum Tor fand.
Zuversicht dank Haskins
Bis dahin beobachtet er seinen Ex-Klub aus dem fernen Ontario, schaut regelmäßig auf den Kader und die Ergebnisse der Grizzlys, erinnert sich mit einem Schmunzeln an Caterer Nafi Öztan, dem er nur allzu gern regelmäßig die Zigaretten versteckte und hofft, dass die Wolfsburger vielleicht nun wieder an große Zeiten anknüpfen können. Er glaubt: „Mit Tyler Haskins als Coach könnte das klappen.“

