30.01.2026
Für Heiko Vogler geht's zur U19-Nationalmannschaft
Nach dem Sieg der Grizzlys in Bremerhaven am Dienstag lag Co-Trainer Heiko Vogler um 3 Uhr im Bett. Nur dreieinhalb Stunden später stand er bereits wieder am Wolfsburger Hauptbahnhof. Der Grund: Vogler reist als Co-Trainer mit der deutschen U19-Nationalmannschaft zu einem Fünf-Nationen-Turnier nach Finnland.
Unter anderem Nikita Knaus, Sohn von Grizzlys-Betreuer Alexander Knaus, gehört zum Aufgebot von Headcoach Tobias Abstreiter, Vogler und Co. Bevor sich der DEB-Tross auf den Weg in Richtung Finnland macht und dort innerhalb von fünf Tagen auf Schweden, Finnland, Tschechien und die Schweiz trifft, haben wir uns mit dem Co-Trainer der Niedersachsen einmal ausführlich unterhalten.
Heiko, du gehörst in den kommenden Tagen als Co-Trainer zum DEB-Team. Wie kam es dazu, dass es für dich nun nach Finnland geht?
„Tobi“ Abstreiter hat mich im Dezember kontaktiert und mir gesagt, dass er mich gerne beim Fünf-Nationen-Turnier der U19 dabei hätte. Mein Bereich ist das Unterzahlspiel. Wir spielen bei den Grizzlys das System des Diamanten, den lässt „Tobi“ auch spielen. Er war zu meiner Landshuter Zeit auch immer mal wieder bei mir im Büro und hat jetzt gesagt: „Ich würde mich freuen, wenn du mitkommst.“ Ich bin neben dem Unterzahlspiel auch für die Verteidiger verantwortlich.
Das erste Spiel steigt am nächsten Mittwoch. Worauf liegt bis dahin der Fokus eurer Arbeit?
Es geht darum, dass sich die Jungs erst mal finden und kennenlernen. Sie spielen zum ersten Mal zusammen und sollen mit Spaß Eishockey spielen. Während des Turniers soll man sehen, dass sie ihre Stärken aufs Eis bringen und wie die Jungs mit der Intensität, sowie der physischen und psychischen Belastung umgehen. Die Ergebnisse sind erst mal zweitrangig. Die Spieler sollen von Spiel zu Spiel einen Schritt in die richtige Richtung machen. Wir fahren in Finnland vom Flughafen auch noch mal fünfeinhalb Stunden, werden im Bus also schon ein Videostudium haben. Am nächsten Tag folgt dann das erste Spiel. Wir haben also nicht allzu viel Zeit, Dinge einzustudieren und zu trainieren.
Die Ergebnisse sind erst einmal zweitrangig, hast du gesagt. Gibt es dennoch ein sportliches Ziel für das Turnier?
Natürlich möchte man jedes Spiel so gut wie möglich abschneiden. Die Jungs sollen sich die Chance geben, das Spiel zu gewinnen. Wenn sie vor dem Spiegel stehen, gehen sie beruhigter ins Bett, wenn sie sagen können, dass sie alles gegeben haben. Wir werden ihnen vermitteln, dass es darum geht, für sich die beste Performance abzurufen. Dann werden die anderen Spieler im Team profitieren und es kommen positive Ergebnisse heraus.
Wie sehr ist auch der Vergleich zu den anderen Nationen ein Reiz für euch?
Schweden war Weltmeister und ist mit Sicherheit schon mal eine harte Nuss. Finnland spielt auch skandinavisches Eishockey, die Spieler genießen von Grund auf eine gute Ausbildung. Es wird in den Details gearbeitet. Wir werden Erfahrungen sammeln und sehen, wo sich die Jungs befinden. Ich freue mich sehr darauf, zu sehen, wie andere Nationen arbeiten, wo die Schwerpunkte liegen. Aber ich freue mich natürlich auch auf unsere Spieler.
Wenn das Turnier für euch beendet ist, steigst du mit den Grizzlys auch sehr zügig wieder in den Trainingsbetrieb ein. Es sind intensive Wochen für dich, oder?
Eishockey ist für mich eine Leidenschaft und kein Job. Mit den vergangenen Wochen können wir zufrieden sein. Man hat gemerkt, dass es die Jungs sehr genervt hat, die engen Spiele zu verlieren. Sie haben sich immer wieder die Chance gegeben, die Spiele zu gewinnen. Wir haben gezeigt, dass wir auch Spiele in der Overtime gewinnen können, wie zuletzt auch in Bremerhaven. Die Jungs vertrauen sich untereinander und wissen genau, was der andere tut. Wir haben einen unfassbar guten Charakter in der Kabine und freuen uns schon jetzt auf die nächsten acht Spiele bis zum Ende der Hauptrunde.

