16.12.2025
Stanley-Cup-Champion Gemel Smith im Interview
Gemel Smith ist seit Montag in Wolfsburg, am Dienstag absolvierte er seine erste Trainingseinheit als Grizzly. Wir haben uns mit dem Neuzugang über seine Anfänge als Eishockeyspieler, seine zwei Stanley-Cup-Siege und natürlich auch über die Gegenwart unterhalten.
Gemel, herzlich Willkommen in Wolfsburg. Du bist am Montag eingetroffen, wie sahen die vergangenen Tage für dich aus?
Es war viel zu tun. Ich versuche immer noch, meinen Schlaf zu regulieren. Ich konnte nicht allzu viel schlafen, aber das ist in Ordnung. Vor sechs, sieben Tagen hat der Kontakt zu den Grizzlys-Verantwortlichen begonnen, am Donnerstag haben sie mich angerufen. Dann haben wir miteinander gesprochen, am Sonntag habe ich mich dann auf den Weg gemacht.
Heute war dein erstes Training mit der Mannschaft. Wie sind deine Eindrücke?
Es war eine harte Trainingseinheit für mich und sehr gut zum Start. Ich hatte eine Weile nicht mit einer Profi-Mannschaft trainiert.
Du kommst in einer Phase zu den Grizzlys, in der die Schlagzahl an Spielen sehr hoch ist. Aus deiner Sicht ein Vor- oder ein Nachteil, wenn man neu ins Team kommt?
Das ist eine gute Sache für mich. Der beste Weg, in den Rhythmus zu finden, ist der Spiel-Rhythmus. Das gilt für den Kopf und auch für den Körper. Es ist ein guter Weg, loszulegen und sich wohlzufühlen. Man entwickelt auch auf dem Eis gleich eine Chemie mit den Jungs.
Deine Eltern kommen ursprünglich aus Jamaika, wie bist du in deiner Kindheit zum Eishockey gekommen?
Meine Eltern wollten, dass wir etwas tun. Wenn du jung bist und nichts zu tun hast, kannst du vielleicht auch in Schwierigkeiten geraten. Sie haben uns zum Sport gebracht, um zu verhindern, dass wir nur durch die Straßen laufen. Mein Cousin hat Eishockey gespielt, wir wollten auch spielen. Mein Bruder hat angefangen und ich war mit ihm gemeinsam dabei. Das war nicht gut, weil er älter ist als ich. Aber meine Eltern wollten nicht mal hier- und mal dorthin fahren. Irgendwann habe ich dann mit Gleichaltrigen zusammengespielt. So hat es angefangen, wir wollten alle das Gleiche tun.
Du bist mit Tampa Bay Lightning 2020 und 2021 Stanley-Cup-Sieger geworden. Wie sehen deine Erinnerungen an diese Zeit aus?
Ich habe nicht so viel gespielt, aber es war eine gute Erfahrung, um dieses erfolgreiche Team herum zu sein. Ich habe viel gelernt. Es war ein ganz besonderes Erlebnis, ich hatte Glück, bei dieser Mannschaft zu sein.
Wir haben noch einen kurzen Fragenhagel zum Abschluss…
Wie würdest du dich als Spieler beschreiben? Ich denke, ich bin ein talentierter Spieler und einer, der es mag, dem Gegner unter die Haut zu gehen. Ich bin ein hart arbeitender Spielmacher.
Welche deiner Mitspieler kennst du bereits? Ich habe gegen ein paar meiner Mitspieler gespielt. Im Sommer waren Julian Melchiori und Jacob Hayhurst immer mal in einer Gruppe dabei, in der wir uns getroffen haben.
Warum trägst du die Nummer 46? Als ich gedraftet wurde, wollte ich die Nummer 14. Die hatte aber Jamie Benn als Kapitän. Ich wollte dann die 47 haben, aber die hatte Johnny Oduya. Deshalb habe ich die 46 bekommen, damit konnte ich leben.
Welche Sportart verfolgst du außerhalb von Eishockey? Ich bin ein großer Basketball-Fan. Ich liebe es, das zu schauen. Die Golden State Warriors sind mein Lieblingsteam, aber ich hoffe auch immer, dass die Toronto Raptors gewinnen.
Was kannst du abseits des Eises besonders gut? Ich bin ein ganz guter Basketball-Spieler, das war es aber eigentlich auch schon. Das mache ich außerhalb der Saison sehr gerne, bin damit aufgewachsen.

