08.01.2021

Im Interview: Nijenhuis blickt auf U20-WM zurück

Aufgrund einer Corona-Infektion konnte Jan Nijenhuis im Rahmen der U20-Weltmeisterschaft nur ein Spiel für das deutsche Team absolvieren. Ausschließlich im Viertelfinale gegen Russland (1:2) stand die Wolfsburger Nummer 90 auf dem Eis, spielte wenige Tage später schon wieder für die Grizzlys. Nun blickt Nijenhuis im Interview auf die Zeit in Edmonton zurück.

Jan, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dir aktuell?

Mir geht es gut. Ich bin noch ein bisschen müde. Es wird jetzt ein bisschen dauern, bis der Rhythmus wiederkommt, aber ich bin froh, wieder hier zu sein. Mein Schlafrhythmus ist ganz, ganz schlimm. Ich wache nachts gegen drei Uhr auf, liege quer im Bett und versuche, weiterzuschlafen. Das klappt aber meistens nicht, ich muss jetzt erst einmal zusehen, dass ich mittags nicht mehr schlafe (lacht).

Es ist bekannt, dass du aufgrund einer Corona-Infektion bei der WM nur ein Spiel absolvieren konntest. Wie ist es dir in der Zeit nach deinem positiven Corona-Test ergangen?

Mental war ich schon fertig, weil ich mich darauf eingestellt hatte, eine WM zu spielen. Ich hatte mich riesig gefreut, weil ich gut in Form war und viel Eiszeit bekommen hätte. So ein positiver Corona-Test zieht einen dann schon runter. In der ersten Woche nach dem Test hatte ich dann so etwas wie eine Grippe mit Fieber, Husten und Halsschmerzen, habe viel geschlafen. Es wurde nach fünf, sechs Tagen besser.

Ich hatte dann immer Besuch von einer Krankenschwester, die zweimal am Tag meine Werte gecheckt hat. Sie war sehr nett, es wurde auch vonseiten unserer Teamärzte super gehandhabt. Da möchte ich auch noch einmal ein großes Dankeschön aussprechen, das ist wirklich super gelaufen. Wir haben alles getan, was möglich war, damit ich nochmal spielen kann. Ich habe aber relativ spät noch einmal Fieber bekommen, deswegen lief das Return-To-Play-Programm bei mir etwas länger. So durfte ich gegen die Schweiz noch nicht ran und musste zuschauen. Das war schon sehr emotional, weil man mitgefiebert und gehofft hat, dass wir gewinnen, um noch dieses eine Spiel zu bekommen.

Die Mannschaft hatte zu Anfang neben dir noch acht weitere Ausfälle zu beklagen, war erst im Viertelfinale gegen Russland wieder fast komplett. Wie zufrieden seid ihr als Team mit dem Turnierverlauf?

Die Probleme haben uns als Mannschaft zusammengeschweißt. Wir wussten alle, dass es dadurch noch schwerer wird. Hut ab vor den Jungs, die mit 14 Spielern gekämpft und alles getan haben, was möglich ist. Ich denke, es hat niemand damit gerechnet, dass wir es dennoch ins Viertelfinale schaffen. Wir waren die erste deutsche U20-Nationalmannschaft, die es bei diesem Turnier in die Runde der letzten Acht geschafft hat. Es ist natürlich schon cool, so Geschichte zu schreiben. Daran werden wir immer zurückdenken.

Wie fällt dein ganz persönliches Fazit aus? Inwieweit kann man sagen, dass es sich trotz aller Strapazen gelohnt hat, mit dabei zu sein?

Es war in jedem Fall trotzdem eine Erfahrung. Die Woche, die ich nicht mehr auf dem Zimmer verbringen musste, ging dann leider doch sehr schnell rum. Es war eine coole Zeit, wir sind als Truppe super zusammengewachsen. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Jungs, wir haben uns alle sehr gut verstanden. In meinem einzigen Spiel habe ich dann versucht, alles einfach zu halten, dem Team zu helfen, indem ich ein paar Schüsse blocke. Ich bin doch besser zurückgekommen, als ich dachte und habe ganz ordentlich gespielt. Wir haben alle gehofft, dass es noch mehr Spiele werden, aber es war trotzdem sehr cool.

Du standest keine 48 Stunden nach eurer Rückkehr schon wieder für die Grizzlys auf dem Eis, kannst nun wieder regelmäßig mit der Mannschaft trainieren. Wie sehen die Ziele – sowohl bei dir persönlich als auch innerhalb des Teams – für die kommenden Wochen aus?

Den Schwung, den ich jetzt doch wieder aufgebaut habe, versuche ich jetzt mitzunehmen. Ich möchte dem Team helfen, Spiele zu gewinnen. Wir wollen viele Punkte holen und Playoffs spielen. Es ist ganz klar das Ziel, jetzt jeden Punkt mitzunehmen. So viele Spiele sind es leider nicht mehr, deswegen zählt auch jeder Punkt.