Gerrit Fauser: Die WM war ein Riesenerlebnis

Gerrit Fauser im Gespräch mit NHL-Profi Dennis Seidenberg.
Gerrit Fauser im Gespräch mit NHL-Profi Dennis Seidenberg.

08.06.2017 | NEWS

Als einziger Grizzlys-Profi war Gerrit Fauser bei allen Spielen der Weltmeisterschaft 2017 dabei und absolvierte alle Partien bis hin zum Viertelfinale gegen Kanada. Trotz des Ausscheidens überwog beim Nationalspieler der Stolz, ein Teil des Teams gewesen zu sein. Unter grizzlys.de blickt der Stürmer auf das Turnier zurück.

Wenige Tage nach dem Ende der Playoff-Finalserie gegen München wurde Gerrit Fauser gemeinsam mit Felix Brückmann von Bundestrainer Marco Sturm in den Kader für die Heim-WM in Köln berufen. „Über die Berufung haben wir uns sehr gefreut. Uns war bewusst: Eine Weltmeisterschaft vor eigenen Fans spielen zu dürfen – das ist etwas ganz Besonderes“, berichtet der Center. Gemeinsam verabschiedeten sich beide aus Wolfsburg und machten sich auf die Reise zum Team. Einige der Spieler waren bereits seit Wochen zusammen und bereiteten sich auf das Turnier vor. Nur die Finalisten aus München und Wolfsburg sowie einige NHL-Spieler fehlten.

„Felix hätte einen Einsatz verdient gehabt“

Die sportlichen Leistungen der Nationalmannschaft waren insgesamt gesehen bis auf wenige Ausnahmen solide. Das Ziel Viertelfinale wurde durch einen Sieg im Penaltyschießen gegen Lettland erreicht. „Da hat jeder von uns gezittert. Aber letztlich haben wir das Spiel gewonnen und uns für die harte Arbeit belohnt“, so Fauser. Das Aus gegen Kanada war sicher keine Überraschung, wohl aber die Art und Weise. „Wir wussten, dass uns einige nicht viel zutrauen werden. Aber wir haben mit großer Leidenschaft und einem starken Goalie ein knappes Ergebnis erzielt. Mit etwas mehr Scheibenglück und auch Entschlossenheit hätten wir vielleicht die Overtime erreicht. Aber aufgrund des Spielverlaufs war der Sieg der Kanadier hochverdient“, analysiert Fauser.

Trotz aller Euphorie und auch Zufriedenheit über den Turnierverlauf sieht der gebürtige Nürnberger auch seinen Teamkollegen Felix Brückmann, der nach der Nominierung von Philipp Grubauer aus der NHL aus dem Kader fiel. „Zu Beginn hatte ich schon gedacht, dass Felix eine gute Chance hat, hinter Thomas Greiss die Nummer zwei zu sein“, so Fauser ehrlich. Bundestrainer Marco Sturm entschied sich aber für Münchens Danny aus den Birken und hielt – trotz einer Verletzung von Greiss – die letzte freie Stelle im Kader für Grubauer frei. Im Nachhinein aufgrund der Leistungen des NHL-Goalies sicher keine falsche Entscheidung. „Philipp hat sensationell gehalten. Aber Felix hätte aufgrund seiner Leistungen in der Saison einen Einsatz verdient gehabt. Und ich bin mir sicher: Er hätte ebenfalls ein Riesenspiel gemacht“, betont Fauser, der nach dem Abgang von Brückmann den Nürnberger Yasin Ehliz als neuen Zimmerkollegen bekam.

Stolz über das Geleistete

Nach dem Ausscheiden gegen Kanada ließen die Nationalspieler die WM mit einem gemeinsamen Abend in der Metropole Köln ausklingen. „Das hatten wir uns verdient“, so Fauser augenzwinkernd. Über die eigene Leistung verliert Gerrit Fauser gewohnt bescheiden nur wenige Worte. „Ich denke, dass ich meine Rolle insgesamt gesehen ganz ordentlich ausgefüllt habe“, so der Stürmer. „Es war nicht immer einfach, da ich meist nur in Unterzahl auf dem Eis stand. In der Zwischenzeit musste ich die Spannung hochhalten und mich auf der Bank immer wieder warmhalten.“

Mit Blick auf dem Sommer will Fauser nun erstmal entspannen und Zeit mit seiner Ehefrau Jenny verbringen. Nach dem Urlaub geht es dann mit vollem Elan in die Vorbereitung zur Saison 2017-2018, die mit der Champions Hockey League erneut ein echtes Highlight parat hält. „Ich hatte die Auslosung mitverfolgt. Ich freue mich auf die Spiele und denke, dass wir eine attraktive Gruppe mit starken Gegnern ­­erwischt haben“, so Fauser.