Vom Hai zum Grizzly: Torsten Ankert im Interview

Mit Torsten Ankert kommt ein Spieler zu den Grizzlys, der bereits Erfahrungen in der CHL sammeln konnte.
Mit Torsten Ankert kommt ein Spieler zu den Grizzlys, der bereits Erfahrungen in der CHL sammeln konnte.

13.07.2017 | NEWS

Gleich zwei Spieler fanden nach der abgelaufenen Saison den Weg von Köln nach Wolfsburg. Nach Marcel Ohmann wechselte auch Verteidiger Torsten Ankert vom Rhein an die Aller. Für die Redaktion von grizzlys.de blickt der Nationalspieler auf die kommende Saison und seine Ziele mit den Grizzlys.

Torsten, du bist nun schon seit einigen Tagen in Wolfsburg. Wie sieht dein Alltag aktuell aus?

Torsten Ankert: Bis Dienstag war ich in Wolfsburg und habe trainiert. Wir haben den Umzug organisiert und unsere neue Wohnung eingerichtet. Gerade sind wir in Köln. Gemeinsam mit meiner Freundin Nicole, unserem Sohn Leon (8 Monate) und unserem Hund Bibi werden wir nächste Woche wieder zurück nach Wolfsburg kommen.

Wie hast du deinen Urlaub verbracht?

Ankert: Wir fahren eigentlich jedes Jahr nach Seefeld in Tirol. Dort wandern wir und genießen die Natur.

Nach einer unglücklichen Saison bei den Haien, in der du nur 26 Spiele absolvieren konntest, hast du bei den Grizzlys die Chance, voll anzugreifen. Wie sehen deine Ziele aus – persönlich und mit der Mannschaft?

Ankert: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich sein können. Ich persönlich möchte mich auf meine Stärken besinnen und der Mannschaft damit helfen. Das Teamziel ist ja häufig, besser zu sein als in der letzten Saison. Da ist nun nicht mehr viel Verbesserungspotenzial (lacht). Aber ich hoffe, dass wir uns in der Tabelle unter den Top-Teams etablieren und anschließend gute Playoffs spielen werden.

Mittlerweile stehen einige ehemalige Haie im Kader der Grizzlys. Marcel Ohmann und du kamt zur neuen Saison hinzu. Erleichtern viele bekannte Gesichter die Eingewöhnungs- und Anpassungszeit?

Ankert: Das ist natürlich eine angenehme Nebenerscheinung, war aber kein Teil meiner Entscheidung, bei den Grizzlys zu unterschreiben. Ich bin ein unkomplizierter Typ und finde eigentlich immer guten Anschluss. Aber es ist natürlich schön, wenn man einige der Jungs – nicht nur die ehemaligen Kölner – bereits kennt.

In deinen insgesamt 594 DEL-Spielen bist du einige Male auf die Grizzlys getroffen. Wie würdest du die jüngsten Duelle mit deinem neuen Team rückwirkend zusammenfassen?

Ankert: Die Spiele gegen Wolfsburg waren immer sehr intensiv und unangenehm. Die Grizzlys sind ein sehr lauffreudiges Team, das nie aufsteckt und taktisch sehr diszipliniert spielt.

Im Rahmen unserer Liveradio-Übertragungen bei den Playoff-Spielen gegen Köln ist den Kommentatoren immer mal wieder die Ähnlichkeit zwischen dir und dem Schauspieler Owen Wilson aufgefallen. Wurdest du darauf schon einmal angesprochen?

Ankert (lacht): Nein, darauf hat mich noch niemand angesprochen. Ich habe ein  Bild von ihm im Kopf. Wahrscheinlich liegt es an die langen blonden Haaren.

Die Pflichtspielsaison beginnt bereits Mitte August mit der Champions Hockey League. Wie sehr freust du dich auf das Kräftemessen mit der europäischen Elite?

Ankert: Ich finde es immer aufregend, gegen Teams aus anderen Ligen zu spielen. Da es schon im August ist, sind die Spiele auch als Vorbereitung auf den Ligastart sehr wichtig. Natürlich ist die CHL ein mittlerweile prestigeträchtiger Wettbewerb, in den wir möglichst weit kommen wollen.

In der Saison 2014-2015 hast du mit Köln bereits gegen Kärpät Oulun aus Finnland und den HC Kosice aus der Slowakei gespielt. Zwei der drei Gruppengegner der Grizzlys kommen ebenfalls aus diesen Ländern. Welche Spielweise erwartet euch?

Ankert: Ich habe mit der Nationalmannschaft schon mehrfach gegen Finnland und die Slowakei gespielt. Das finnische Eishockey ist technisch versiert und sehr körperbetont. Dazu spielen sie sehr geradlinig. Die Slowaken agieren ähnlich, sind aber hin und wieder sehr puckverliebt, was auf ihre sehr guten technischen Fähigkeiten zurückzuführen ist. Dementsprechend gefährlich sind sie in der Offensive. Wir werden gutes Eishockey spielen müssen, um gegen diese Gegner bestehen zu können.

Letzte Frage. Spontan gesagt: Auf was freust du dich am meisten?

Ankert: Dass es wieder losgeht. Für uns ist alles sehr aufregend, da es das erste Mal in eine andere Stadt geht, in der wir leben werden. Aber ich bin voller Tatendrang und freue mich darauf, mit dem Team auf dem Eis zu stehen.